Şanliurfa, das antike Edessa mit Hinweis auf Gott Zeus

Geschichtlich bedeutende Orte gibt es in der Türkei nicht wenige. Sanliurfa indes ist nicht einfach eine von vielen historischen Städten. Die Vergangenheit der in der Antike als Edessa bekannten Siedlung reicht zurück bis in vorgeschichtliche Zeit. Mehrere aus dem Alten Testament der Bibel bekannte Persönlichkeiten sollen hier gelebt haben. Es gibt eine Vielzahl archäologischer Ausgrabungsstätten. Heute ist Sanliurfa – von den rund 500000 Einwohnern oft auch nur Urfa genannt – eine arabisch und kurdisch geprägte Stadt.

Noah, der Erbauer der Arche, aber auch Abraham und Hiob sind nur einige der biblischen Figuren, die einst in Sanliurfa gelebt haben sollen. Der Göbekli Tepe, der „dickbäuchige Hügel“, etwa 20 Kilometer von der Stadt entfernt, wird oftmals als der Ort angesehen, an dem Adam und Eva, laut der Bibel die ersten Menschen, sich trafen. Erhalten sind am Göbekli Tepe Überreste von Tempeln aus der Zeit um 9000 vor Christus.
Wie weit die Geschichte der Stadt zurückreicht, ist nicht gänzlich geklärt. Zeugnisse menschlicher Besiedlung in der Gegend von Sanliurfa weisen zurück bis in die Kupferzeit. Die Stadt wurde wahrscheinlich um 2000 v. Chr. gegründet. Sie könnte allerdings auch älter sein – denn Fachleute nehmen an, dass noch längst nicht alle Überreste früherer menschlicher Besiedlung ausgegraben sind. Fast hundert archäologische Fund- und Ausgrabungsstätten befinden sich in Sanliurfa und der Umgebung der Stadt. Im Museum von Sanliurfa kann man viele der Fundstücke besichtigen. Zu sehen sind unter anderem Werkzeuge aus der Steinzeit, Keramik und Schmuckstücke.


Zur Zeit der Römer stand Edessa offensichtlich in voller Blüte. Es finden sich Hinweise auf Tempel unter anderem für die Götter Zeus und Dionysos und auf ein Gymnasium. Lange Zeit war die Stadt ein Zentrum der Religion und des geistigen Lebens. Zur Zeit der osmanischen Herrschaft war Sanliurfa ein wichtiges Handelszentrum. Drehscheibe war die Stadt unter anderem für den Handel mit Edelsteinen. Es gibt Hinweise darauf, dass die Stadt schon frühe Handelskontakte bis nach Indien unterhielt.


Das heutige Stadtbild ist geprägt von dem hohen Anteil arabischstämmiger Bewohner. Der Einfluss aus dem arabischen Kulturraum erklärt sich auch durch die Nähe der Stadt zur syrischen Grenze.