Antakya – Zentrum des frühen Christentums und multikulturelle Metropole an der Nahtstelle zum Nahen Osten

Das Hatay, die südlichste Provinz der Türkei, ist das Tor zum arabischen Nahen Osten. Die stimmungsvollen Provinzmetropolen Iskenderun und Antakya, das frühere Antiochia, präsentieren sich als lohnenswerte Alternativziele für Türkeireisende, die eine Weiterreise vom Zielflughafen Antalya nicht scheuen. Das Hatay hat eine weit zurückreichende und wechselhafte Geschichte an der Nahtstelle zwischen unterschiedlichen Kulturen, Religionen und Staaten: sunnitische und christliche Araber, Alewiten, türkische Sunniten, Aramäer und Armenier bilden ein Bevölkerungsgemisch, das mittlerweile das friedliche Nebeneinander pflegt und den multikulturellen Metropolen ein buntes Gesamtbild gibt.

Die Region war seit der frühen Christianisierung ein Spielball der Geschichte: alle Weltreligionen und Heere der damaligen Welt zogen durch das Hatay und drückten den Städten und Landschaften ihren Stempel auf.

Antiochia, war eine der berühmtesten Städte der Antike und des alten Orients - neben Rom und Alexandria die drittgrößte. Die Römer bauten prachtvolle Aquädukte und Kanalisationsanlagen, die Hauptstraßen der Stadt wurden nachts erleuchtet. Seine wirtschaftliche Bedeutung erlangte Antiochia durch die geografische Lage zwischen dem Mittelmeer, dem Fluss Orontes und den Karawanenwegen nach Persien und Syrien.

Nach der Zeitenwende entstand in Antiochia eine der ersten, noch geheimen christlichen Gemeinden - und die älteste Kirche des Christentums. Der Gebetsraum ist kein Kichenbau, wie man ihn aus dem Mittelalter kennt: die Christen waren kurz nach der Kreuzigung ihres Heilands eine verfolgte Sekte, die sich in Antiochia heimlich im Schutze der Dunkelheit einer Höhle versammelte. Die heute berühmte St.-Petrus-Grotte mit ihrem steinernen Altar ist nach der Überlieferung der Apostel der älteste Kirchenraum der Geschichte. Nachdem sie jahrhundertelang verschüttel lag, richteten die Kreuzritter die Kirche nach der Rückeroberung der Stadt wieder auf, erweiterten den Gebetsraum und errichteten eine Fassade.

Antiochia wechselte nach verheerenden Eroberungen über die Jahrhunderte immer wieder die Besitzer: Die Kreuzritter entrissen das Handelszentrum im elften Jahrhundert den Arabern. Byzantiner, Araber, Mameluken aus Ägypten, Armenier aus dem Königreich Kylikien, alle kämpften um die Vorherrschaft auf dem Hatay - und den Besitz der Metropole Antakya / Antiochia. Die Osmanen, die die Stadt 1517 erstürmten, konnten die Region immerhin fünf Jahrhunderte lang, bis zum Ersten Weltkrieg, befrieden.

Das multikulturelle Zusammenleben der unterschiedlichen Religionen, Ethnien und Kulturen ist in Antakya nicht nur eine Behauptung sondern gelebter Alltag: In den Cafés und Basaren wird arabisch und türkisch gesprochen, christliche Gottesdienste werden in arabischer Sprache abgehalten, Aleviten, Sunniten, orthodoxe Christen und Juden verleihen der südtürkischen Stadt am Mittelmeer heute ein weltoffenes, lebendiges Gesicht.