Tropfsteinhöhle Karaca
Ein jahrtausendealter steinerer Konzertsaal – Die Tropfsteinhöhle Karaca Mağarası in der Region Gümüşhane.
Ein jahrtausendealter steinerer Konzertsaal – Die Tropfsteinhöhle Karaca Mağarası in der Region Gümüşhane
Die Reiseführer über die Türkei weisen kaum darauf hin - aber über 40.000 Höhlen machen das Land bei Geologen, Abenteurern und Kletterern zu einem wahren Forschungs- und Erkundungsparadies. Die längste misst sagenhafte 16 Kilometer (Plnarözü Höhle bei Beysehir), die tiefste reicht über 1.800 Meter ins Erdinnere (Cukurpinar Düdeni Höhle nahe Anamur). Eine der schönsten und von ihrer Entstehung her interesantesten ist die Karaca Tropfsteinhöhle nahe der Schwarzmeer-Stadt Gümüşhane.
Mağarası ist das hübsch klingende türkische Wort für Höhle. Zur Karaca Mağarası fährt man 17 Kilometer nach Nordos
ten aus der Provinzstadt heraus, die Landstraße windet sich entlang der Mittelgebirgszüge, Blumenwiesen und Nadelwälder säumen die Landstraße. Die umliegenden Bergspitzen sind mit Zitadellen und Burgruinen bewehrt. Vom Parkplatz aus noch eine kurze Wanderung, dann steht man vor dem Eingang der Tropfsteinhöhle, 1.550 Meter über dem Meersspiegel. Irgendwo ganz weit im Osten beginnt bereits Georgien und Armenien. Schon Marco Polo beschrieb die urtümliche Region in seinen Reisetagebüchern.
Über 75 % Luftfeuchtigkeit erwarten die Abenteurer im Inneren der weitverzweigten Tropfsteinhöhle. Stalagmiten und Stalagtiten hängen von der Decke herab, steigen vom Boden her als Säulen auf und verwandeln die Säle der Karaca Mağarası in eine riesige steinerne Orgel. Dazwischen immer wieder Teiche und Wasserbecken, Rinnsale entlang von Felsspalten und - man muss genau hinsehen um sie im Scheinwerferlicht zu entdecken - Fossilien, steinerne Abdrücke jahrtausendealter Meeresbewohner.
Zurück zur Küste, wo sich Handels- und Verwaltungszentren wie Samsun, Ordu und Trabzon aufreihen, schimmern die Berghänge im schönsten Grün. Das feuchte, milde Klima lässt hier Tee, Tabak und Haselnüsse prächtig gedeihen. Auf dem Weg in das Kaçkar-Gebirge wechselt die Vegetation mit einem Schlag: Hohe Wälder mit Buchen, orientalische Fichten und Nordmanntannen gehen über in Hochgebirgsalmen und Blumenwiesen. Fast alpin ist diese Welt der weiten Täler mit urigen Chalets in malerischen Dörfern. Ganz im Osten, auf dem anatolischen Hochplateau, erstrecken sich steppenhafte Ebenen, majestätische Berge und die turbulente Geschichte der ältesten Städte des Landes.
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